„Es war einmal …“ mit diesem Satzanfang verbindet nahezu jeder Mensch Kindheitserinnerungen an Märchen. Dies gilt insbesondere für die klassischen Märchen aus den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm. Diese Märchen „öffnen“ die Tür in das Langzeitgedächtnis von Demenzpatienten- und Patientinnen aber auch die Herzen von teilnehmenden Pflegekräften. Dabei sind Erinnerungen an das Märchen nicht nur allein durch den Handlungsverlauf geprägt, sondern viel mehr durch emotionale Komponenten.

MÄRCHENLAND ist bestrebt, die Veranstaltung kontinuierlich durch ein und dieselbe ErzählerIn im wiedererkennbaren Märchen-Mantel durchzuführen. Deren positive Ausstrahlung, die starke Zugewandtheit sowie die Aufnahme von Blick- und Körperkontakt, werden von den Mitarbeitenden der Pflegeeinrichtungen als wesentlich für das Erreichen und Beruhigen der Teilnehmenden erachtet. Die professionelle Erzählkunst zeichnet sich durch die Fähigkeiten aus, sich spontan und situativ auf Kommentare, Einwürfe, Ereignisse einlassen und reagieren zu können, um dann wieder den Faden der Geschichte aufzunehmen.

Die Vorbereitung der Teilnehmenden (Begleitung zum Erzählraum) und Räumlichkeiten erfolgt ggf. schon durch das Pflegepersonal (Dekoration von Roll-Up, Plakaten). Die ausgebildete Märchenerzählerin ist vorbereitet vor Ort. Sie dokumentiert im Nachgang die Veranstaltung.

 

Die DemenzerzählerInnen

Die DemenzerzählerInnen wurden / werden durch MÄRCHENLAND ausgebildet. Dabei wurde darauf Wert gelegt, sowohl künstlerische wie auch medizinisch-pflegerische Aspekte zu vermitteln. Die DemenzerzählerInnen verfügen über Kenntnisse der Alterserkrankungen, der Hygienevorschriften und über den Umgang mit Menschen mit Demenz. Sie beherrschen, dank Stimm- und Lautbildung bis hin zur eigenen Stilbildung, die Art und Weise, wie Märchen frei für Erwachsene, insbesondere mit Demenz, erzählt werden sollten. Hier ist der Patient oder die Patientin der Star, nicht der Vortragende! Sie gehen durch stetigen persönlichen, auch körperlichen Kontakt individuell auf ihr Publikum ein. Mimik, Gestik, Blickkontakt, abwechselnd langsames und schnelles Erzählen und persönliche Ansprachen bauen Spannungsfelder auf, die die Aufmerksamkeit der ZuhörerInnen steigern. Zudem ist die Arbeit auf der Beziehungsebene wichtig.

 

Der goldene Märchenmantel

Der Märchenmantel der Erzählerin hat eine starke Bedeutung, da er einen großen Wiedererkennungswert hat. Zugleich bietet er einen optischen Anker, der Aufmerksamkeit erzeugt und etwas Schönes zum Betrachten bietet. Der goldene Märchenmantel ist auffallend, seriös und praktisch zugleich. Er erinnert ein wenig an große Theater- oder Opernaufführungen und versetzten jeden in eine Märchenwelt.

 

DIE MÄRCHENLAND-BOX mit nachhaltiger Wirkung zur Stärkung kognitiver Ressourcen

DIE MÄRCHENLAND-BOX ist wesentlicher partizipativer Bestandteil zur nachhaltigen Wirkung des Projektes und wird den Pflegeeinrichtungen zum dortigen Verbleib für den täglichen und regelmäßigen Einsatz als psychosoziale Intervention überreicht.

DIE MÄRCHENLAND-BOX enthält ergänzende „Werkzeuge“ zu den Märchenstunden für kognitive Übungen zur Erhaltung und Stärkung mentaler Leistungen und baut auf die Märchenstunde auf. Sie ist ein wichtiger Bestandteil zum nachhaltigen kognitiven Gedächtnistraining in der Gemeinschaft mit dem Ziel, auch die emotionalen Ressourcen zu aktivieren.