3,6 Millionen Pflegebedürftige bis 2030

Partizipation und soziale Integration über die Gemeinschaft zu fördern und die psychische Gesundheit Pflegebedürftiger in stationären Einrichtungen zu erhalten, zu stärken und wiederherzustellen, ist ein Teilziel des Nationalen Gesundheitsziels „Gesund älter werden“. Eine große Zielgruppe stellen dabei ältere und hochaltrige Menschen dar. 69 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner von stationären Pflegeheimen sind über 80 Jahre alt. Die Zahl der alten Menschen und ihr Bevölkerungsanteil nehmen zu. Da Menschen mit steigendem Alter vermehrt pflegebedürftig sind, wächst auch die Anzahl der pflegebedürftigen Personen. Unter der Annahme, dass die alters- und geschlechtsspezifischen Pflegequoten unverändert bleiben und sich die Bevölkerung entsprechend der Bevölkerungsvorausberechnung entwickelt, wird die Zahl der Pflegebedürftigen von aktuell 2,6 Millionen bis 2020 auf rund 2,9 Millionen und bis 2030 auf 3,6 Millionen steigen.

In Deutschland werden etwa 765.000 Pflegebedürftige in über 13.000 Einrichtungen der stationären Pflege von ca. 685.000 Beschäftigten versorgt. 94 % der Pflegeheime betreuen überwiegend ältere oder hochaltrige Menschen.

 

1,6 Millionen Menschen leben mit Demenz

Demenz ist die häufigste Ursache für die Einweisung in eine Pflegeeinrichtung. Derzeit werden in Deutschland rund 500.000 Menschen mit diesem Krankheitsbild in Pflegeeinrichtungen betreut, während über 1 Million demenzkranke Menschen zuhause betreut und gepflegt werden. Aktuell wird von 40.000 Neuerkrankungen pro Jahr ausgegangen. (Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Fachtagung, BMG, 2014)

Die Ausgangssituation und die prognostizierte Entwicklung zeigen, wie wichtig psychosoziale Interventionen in der Versorgung von Menschen mit Demenz für den Pflegealltag sind.

Demenz ist die relevanteste psychische Erkrankung in der stationären Pflege mit einer Prävalenz von bis zu 50 % der Pflegebedürftigen. Sie geht besonders häufig mit Depressionen einher.