„Die Entlastung des Pflegepersonals im Akutkrankenhaus durch Märchenerzählen für PatientInnen mit Demenz“ wird seit Oktober 2016 unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Berger im Rahmen einer wissenschaftlichen Pilotstudie und in Zusammenarbeit mit dem Albertinen-Krankenhaus Hamburg durchgeführt.

Mit der partizipativ angelegten Studie wird Neuland betreten, da Märchenerzählen als psychosoziale Intervention im Akutkrankenhaus noch nicht untersucht worden ist. Die Studie hat deshalb explorativen Charakter. Die Evaluation soll als Grundlage dienen, Märchen und Demenz, als psychosoziale Maßnahme der Verhältnisprävention, im Akutkrankenhaus einzusetzen.

Zudem werden zur Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen Pflegekräfte zum / zur DemenzvorleserIn in den Pflegeeinrichtungen fortgebildet.

 

Die Studie evaluiert folgende Inhalte:

  • Nutzen für das Pflegepersonal
  • Zeitersparnis
  • Entlastung des Pflegealltags
  • Verbesserung des Zugangs zu den Erkrankten
  • Einfluss auf psychisch-physische Arbeitshygiene

Kooperationspartner: Albertinen-Krankenhaus / Albertinen-Haus gGmbH

 

 

Bewerbung Deutscher Kulturförderpreis 2017

Auf einer Station für Kognitive Geriatrie des Albertinen-Hauses, Zentrum für Geriatrie und Gerontologie, Hamburg, wird seit Oktober 2016 unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Berger eine wissenschaftliche Pilotstudie zur „Entlastung des Pflegepersonals im Akutkrankenhaus durch Märchenerzählen für PatientInnen mit Demenz“ durchgeführt. Das Projekt wurde durch MÄRCHENLAND – Deutsches Zentrum für Märchenkultur initiiert und wird durch das Albertinen-Krankenhaus Hamburg sowie zwei Hamburger Stiftungen finanziell und ideell unterstützt.

Kreativität und Risikobereitschaft des Förderkonzepts
Mit der partizipativ angelegten Studie wird Neuland betreten, da das Märchenerzählen als psychosoziale Intervention im Akutkrankenhaus noch nicht untersucht wurde. Zudem soll eine mögliche Umstrukturierung von Arbeitsvorgängen auf der Akutstation, gemeinsam mit dem betroffenen Pflegepersonal in Meetings und Workshops erarbeitet werden. Dieser Ansatz ist risikobehaftet, weil er in die festen Strukturen des Pflegepersonals eingreift und dieses zur kreativ-kritischen Auseinandersetzung mit dem Berufsstand „Pflege“ bewegen soll.

Die Basis der Pilotstudie bildet das 4-jährige wissenschaftliche Forschungsprojekt „Es war einmal… MÄRCHEN UND DEMENZ“, welches die positiven Auswirkungen des Märchenerzählens auf herausfordernde Verhaltensweisen sowie dem Aktivieren des Langzeitgedächtnisses und verloren geglaubter Basiskompetenzen bei an Demenz erkrankten Menschen in Pflegeheimen belegt. MÄRCHENLAND sieht in der Tradition eine innovative Kraft und arbeitet mit dem Kulturträger Märchen aktiv im Pflegebereich, um die Zukunft aus Bewährtem heraus zu gestalten.

Kulturelle und gesellschaftliche Relevanz:
In Deutschland leben 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Demenz ist die relevanteste psychische Erkrankung in der stationären Pflege. Man rechnet mit 3,6 Millionen an Demenz Erkrankten bis 2030. Damit steigt die Zahl der an Demenz erkrankten Patienten, die in Krankenhäusern versorgt werden müssen, dramatisch.
Die Pflegekräfte werden angesichts dieser Tatsachen und Anforderungen vor enorme neue Aufgaben gestellt. Krankenhäuser kämpfen hierbei nicht nur mit allgemeinem Mangel an Pflegefachkräften, sondern auch mit psychischer sowie physischer Überlastung des Pflegepersonals.

Nachhaltigkeit und Wirkung des Projektes:
Die Studie evaluiert folgende Inhalte, die zur Verbesserung des Pflegealltags führen sollen: Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation; Entlastung im Pflegealltag; Abwechslung im Pflegealltag; verbesserter Zugang zu den Erkrankten sowie bessere Verbindung zu den Angehörigen.
Um diese Ziele dauerhaft zu erreichen, wurden flankierend Fortbildungen entwickelt, in denen ausgewählte Pflegefachkräfte im Märchenvorlesen als psychosoziale Intervention ausgebildet werden. Partizipation und soziale Integration über die Gemeinschaft zu fördern sowie die psychische Gesundheit Pflegebürftiger in stationären Einrichtungen, wie auch im Krankenhäusern zu erhalten, zu stärken und widerherzustellen – ist ein Teilziel des Nationalen Gesundheitsziels „Gesund älter werden“.

Innovativer Wissenstransfer zwischen Unternehmen, kultureller Institution, Künstlern und Öffentlichkeit
Die Studie überschreitet Kompetenzgrenzen zwischen Kultur (Märchen), Wissenschaft (Forschung), Medizin (Geriatrie/Demenz) und Unternehmen (Krankenhausbetrieb, Pflegemanagement, Human Ressources). Das Erzielen von nachhaltigen Ergebnissen ist nur möglich, wenn Vertreter aller Fachbereiche intensiv und als Team ihre professionellen Kenntnisse einbringen, um gemeinsam innovative Konzepte für die Zukunft zu entwickeln.
Dieses Projekt hat zum Ziel, angesichts des demografischen Wandels in Deutschland und Europa neue Lösungsansätze für die Versorgung älterer Menschen zu entwickeln. Hierbei wird der Fokus auf das Medium Märchen gelegt, das mit nachhaltiger Wirkung als emotionaler Türöffner bei an Demenz erkrankten Pflegebedürftigen eingesetzt werden kann, um mit ihm als präventive psychosoziale Intervention zu arbeiten, und dadurch die Entlastung von Pflegekräften zu erreichen.
 

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