Märchenerzählen als Demenztherapie

 

Im Auftrag der Schwenninger Krankenkasse, in Kooperation mit der Korian Gruppe und der Alice-Salomon Hochschule Berlin

 

                      

 

Vorstellung des Projekts

Ab Dezember 2017 startet MÄRCHENLAND – Deutsches Zentrum für Märchenkultur im Auftrag der Schwenninger Krankenkasse  im Rahmen des Präventionsgesetzes ein Märchenerzähl-Pilotprojekt in Pflegeeinrichtungen der Curanum AG Korian Gruppe in Fürth, Erlangen und Lichtenau.

Professionelle MÄRCHENLAND-Demenz-Erzähler rufen durch ihre einfühlsamen Erzählungen von geliebten Märchenfiguren wie Schneewittchen oder Rumpelstilzchen wunderbare Kindheitserinnerungen wach und öffnen so sanft die Tür in das Langzeitgedächtnis. Der wöchentliche Märchenzauber beruhigt die SeniorInnen, fördert ihre Aufmerksamkeit – und berührt auch die Herzen der Angehörigen und Pflegekräfte! Anschließend werden die Mitarbeiter der Einrichtungen ebenfalls in der Märchenvermittlung geschult, um die psychosoziale Intervention weiterzuführen.
Entwickelt wurde das professionelle „Partizipative Demenzerzählen“ von MÄRCHENLAND in einer 5-jährigen wissenschaftlichen Wirksamkeitsstudie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums und in wissenschaftlicher Begleitung durch die Alice Salomon Hochschule Berlin.

Hier geht es zu unserer offiziellen Pressemitteilung.

Hier erhalten Sie Informationen zu den teilnehmenden Einrichtungen.

 

Wir arbeiten gemeinsam

Die Schwenninger Krankenkasse zählt mit rund 330.000 Kunden zu den Top 20 der bundesweit geöffneten gesetzlichen Krankenkassen. Sitz der Zentrale ist Villingen-Schwenningen, dazu kommen 14 Geschäftsstellen. Den Vorstand bilden seit 2006 Siegfried Gänsler als Vorsitzender und Thorsten Bröske.

Die für ihre Leistungen mehrfach ausgezeichnete Schwenninger beschäftigt rund 800 Mitarbeiter. Mit „Die Gesundarbeiter“ hat die Schwenninger 2013 als erste gesetzliche Krankenkasse eine Stiftung gegründet. Vorrangiges Ziel ist die Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen.

 

„Für demenzkranke Menschen ist im Alltag vieles fremd geworden. Märchen hingegen sind ihnen aus der Kindheit vertraut und rufen glückliche Erinnerungen und Gefühle bei ihnen wach. Märchenerzählen kann die Betroffenen positiv beeinflussen und ihnen helfen, die Türe zu ihrem Langzeitgedächtnis offen zu halten. Deshalb unterstützen wir als Schwenninger Krankenkasse dieses Projekt sehr gerne.“

-Siegfried Gänsler, Vorsitzender des Vorstandes der Schwenninger Krankenkasse

 

Die Korian Gruppe ist der größte europäische Betreiber von Pflegeeinrichtungen für Senioren.

 

Demenz ist eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft. Allein in Deutschland leben gegenwärtig fast 1,6 Millionen Demenzkranke, bis 2050 könnten es rund 3 Millionen werden.* Wissenschaft und Medizin versuchen auf allen Ebenen Wege zu finden, die – wenn nicht eine Heilung – so doch eine Linderung des Leidens von Betroffenen einer Altersdemenz ermöglichen können. Neben der medikamentösen Behandlung, bei der langsam Fortschritte erzielt werden, rückt gleichzeitig die Verbesserung der Lebensqualität von dementiell Erkrankten in den Fokus der Öffentlichkeit. Hierzu gibt es vielfältige und innovative Ansätze, die wissenschaftliche Erfolge vorweisen können und Mut machen, diese Richtung weiter zu verfolgen. Ein schönes Beispiel dafür ist „Märchen und Demenz“: Das Märchenerzählen zur Förderung der Aktivität des Langzeitgedächtnisses, aber auch als Herzensöffner, der den Zugang zu positiven Emotionen unterstützt. Initiativen wie diese legen den Schwerpunkt auf den zwischenmenschlichen Austausch, auf Beziehungen. Die positive Wirkung ist eindeutig: Steigerung des Wohlbefindens der Erkrankten bei gleichzeitiger Reduzierung der Medikalisierung. Psychosoziale Interventionen dieser Art sind deshalb äußerst wertvoll und ihre Wirkung tiefgreifend und vielfältig: Sie helfen Demenzkranken dabei, Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit länger aufrecht zu erhalten, während Hirnalterungs-Prozesse verzögert und ihre Auswirkungen verringert werden können. Die eigene Identität wird wieder stärker wahrgenommen und das Gefühl „nützlich“ zu sein kann zurückgewonnen werden. Auf diese Weise werden Erkrankte zweifach unterstützt: Bei der Erhaltung ihrer Würde und der Stärkung ihres Lebenssinns.“

-Sophie Boissard, Vorstandsvorsitzende der Korian Gruppe und unsere offizielle Demenz-Patin

*Zahlen Deutsche Alzheimer Gesellschaft

 

Hier geht es zur offiziellen Pressemitteilung der Korian Gruppe.